Verein "Kindergefängnis Bad Freienwalde "/
Interessengemeinschaft ehemaliger Heimkinder Ost

07.06.2017 PRESSEMITTEILUNG
„KINDERGEFÄNGNIS BAD FREIENWALDE“

Bad Freienwalde: Aus DDR-Kindergefängnis wird Polizeirevier - „Kleiner Kämpferlöwe“ soll an das Leid der Kinder mahnen

Auf Einladung der Polizeidirektion Ost konnten heute ehemalige Insassen des DDR-Kindergefängnisses in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) noch einmal die Stätte ihres Leidens besichtigten. Anlass war die offizielle Einweihung des neuen Polizeireviers. Das im Privateigentum befindliche Gebäude des ehemaligen DDR-Durchgangsheims in der Adolf-Bräutigam-Straße wurde in den vergangenen Monaten zu einem Polizeirevier umgebaut. Erstmals seit der Schließung des Spezialheimes des DDR-Regimes im Jahre 1987 standen die Türen für die Betroffenen offen. „Viele von uns sind seit über 30 Jahren zum ersten Mal wieder in dem Haus“, sagte der Vorsitzende des Vereins "Kindergefängnis Bad Freienwalde" Roland Herrmann: „Aus einem Hort des Unrechtes wird nun ein Ort des Rechts. So etwas hätte wir uns damals nicht einmal in den kühnsten Träumen ausmalen können“.

Grundsätzlich begrüßten die Mitglieder des Opfervereins, dass die Polizeidirektion offen zur Vergangenheit des Hauses steht. Aufgrund des Trubels bei der Eröffnung sicherte der Leiter des Polizeireviers Peter Schuldt den ehemaligen Insassen zu, dass sie jederzeit in das Gebäude kommen können und sich ihre alten Zellen nochmal in Ruhe ansehen dürfen. Norda Krauel, die 1980 im Alter von 16 Jahren für mehrere Monate in Bad Freienwalde inhaftiert war, übergab der neuen Polizeiwache einen „Kleinen Kämpferlöwen“. Krauel mahnte den Leiter des Polizeireviers, den Schutz der Kinder ernst zu nehmen. Peter Schuldt sicherte den ehemaligen Insassen zu, dass der Plüschlöwe einen Ehrenplatz im Revier bekommen soll.

Heute erinnert nur noch wenig im Gebäude an das Leid der Kinder: „Wo heute moderne Schreibtische stehen, waren damals zwei Doppelstockbetten und ein Eimer für die Notdurft“, erzählte Herrmann bei einem Rundgang mit den Polizisten: „Der Flur kam mir damals viel länger vor. Aber wir waren ja noch klein“.

Durch die Errichtung eines Mahnmals am Eingang des neuen Polizeireviers soll in Zukunft offen an das Leid der dort zu DDR-Zeiten untergebrachten Insassen erinnert werden. Nach der Zusage des Landrates des Kreises Märkisch-Oderland Gernot Schmidt (SPD) ein Denkmal zu unterstützen, hat der Verein "Kindergefängnis Bad Freienwalde" ihm am Mittwoch einen Bauantrag für ein etwa zwei Meter hohes Mahnmal übergeben. Ein Bad Freienwalder Künstler hat dem Verein einen Vorschlag für ein Mahnmal erstellt. „Wenn alles gut geht, soll das Denkmal gegen Ende des Jahres eingeweiht werden können“, sagte Herrmann.

Einen Schlussstrich werden die ehemaligen Insassen nicht machen können, weil das Land Brandenburg und die Bundesrepublik den meisten Betroffenen immer noch eine gesellschaftliche Rehabilitation verweigert, sagt Herrmann.

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Die Bilder können kostenfrei unter der Angabe der Quelle „ideengrün.de | markus pichlmaier“ verwendet werden (300 dpi)

„Norda Krauel übergibt dem Leiter der Polizeireviers Peter Schuldt einen kleinen Kämpferlöwen“
https://www.ideengruen.de/images/BF-Polizeirevier-7827.jpg

„Roland Herrmann im Untergeschoss des ehemaligen DDR-Kindergefängnisses“
www.ideengruen.de/images/BF-Polizeirevier-7843.jpg

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Hintergrund
Bis Ende 1987 befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Heim für Kinder und Jugendliche, in dem die Insassen unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Außenkontakt und größtenteils deutlich längere Zeit, als selbst zu DDR-Zeiten rechtlich zulässig, weggeschlossen waren. Die ehemaligen Insassen des Brandenburger Durchgangsheims in Bad Freienwalde gründeten im Jahr 2012 einen eigenen Verein, um ihre Interessen durchsetzen zu können.

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Verein "Kindergefängnis Bad Freienwalde"
Roland Herrmann


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03.06.2017
Presse- und Bildtermin: 7. Juni 2017 Bad Freienwalde: Aus DDR-Kindergefängnis wird Polizeirevier - Opferverein bei Einweihungsfeier
 

Roland HerrmannMitglieder des Vereins "Kindergefängnis Bad Freienwalde" werden auf Einladung der Polizeidirektion Ost am 7. Juni 2017 ab 11 Uhr bei der offiziellen Einweihung des neuen Polizeireviers in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) anwesend sein. Das im Privateigentum befindliche Gebäude des ehemaligen DDR-Durchgangsheims in der Adolf-Bräutigam-Straße wurde zu einem Polizeirevier umgebaut. Der Vorsitzende des Vereins "Kindergefängnis Bad Freienwalde" Roland Herrmann begrüßt es, dass die Polizeidirektion offen zur Vergangenheit des Hauses steht und den ehemaligen Insassen nochmal eine Blick in die heute umgebauten Zellen gestattet. Die neue Nutzung des Hauses ist für Herrmann eine Ironie der Geschichte: "Aus einem Hort des Unrechtes wird nun ein Ort des Rechts. So etwas hätte wir uns damals nicht einmal in den kühnsten Träume ausmalen können". Im neuen Polizeirevier wird es keine Gefängniszellen mehr geben.

Durch die Errichtung eines Mahnmals am Eingang des ehemaligen Kindergefängnisses soll in Zukunft offen an das Leid der dort zu DDR-Zeiten untergebrachten Insassen erinnern. Nach der Zusage des Landrates des Kreises Märkisch-Oderland Gernot Schmidt (SPD) ein Denkmal zu unterstützen, wird der Verein "Kindergefängnis Bad Freienwalde" ihm am Mittwoch symbolisch einen Bauantrag für das etwa zwei Meter hohe Mahnmal übergeben.

Eine Schlussstrich werden die ehemaligen Insassen nicht machen können, weil das Land Brandenburg und die Bundesrepublik den meisten Betroffenen immer noch eine gesellschaftliche Rehabilitation verweigert, sagt Herrmann.

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Ort: Innenhof Polizeirevier Bad Freienwalde
Adolf- Bräutigam-Straße 4
16259 Bad Freienwalde
Zeit: 11.00 Uhr bis ca 13.00 Uhr

Zum Festakt der Einweihung auf dem Innenhof wird u.a. auch Landrat Gernot Schmidt und der Leiter der Polizeidirektion Ost erwartet.
 


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01.10.2016


Presse-und Bildtermin: 07.11.: Ehemaliges Kindergefängnis Bad Freienwalde - Insassen enthüllen symbolische Gedenktafel
 
Am 7. Oktober 2016 werden ehemalige Insassen vor dem damaligen Kindergefängnis in Bad Freienwalde symbolisch eine Gedenktafel enthüllen. Zu dem Treffen haben sich neben den Betroffenen auch der stellvertretende Landtagspräsident Dieter Dombrowski (CDU), Jutta Lieske (SPD), der Landesvorsitzende der Grünen Clemens Rostock und Landrat Gernot Schmidt (SPD) angekündigt.
 
Seit Jahren setzt sich der Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ für die Einrichtung einer Gedenktafel an dem denkmalgeschützten Gebäude ein, um an das Leid der dort zu DDR-Zeiten untergebrachten Insassen zu erinnern. Der Landrat des Kreises Kreistages Märkisch-Oderland Gernot Schmidt (SPD) sicherte den ehemaligen Insassen des DDR-Durchgangsheims für Kinder und Jugendliche in Bad Freienwalde zu, die Anbringung einer Gedenktafel zu unterstützen.
 
Bis Ende der 1987 befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Heim für Kinder und Jugendliche, in dem die Insassen unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Außenkontakte und Großteils für deutlich längere Zeit, als selbst zu DDR-Zeiten rechtlich zulässig weggeschlossen waren. Die ehemaligen Insassen des Brandenburger Durchgangsheims in Bad Freienwalde gründeten im Jahr 2012 einen eigenen Verein um ihre Interessen durchsetzen zu können. Derzeit wird das im Privateigentum befindliche ehemalige DDR-Durchgangsheim zu einem Polizeirevier in Bad Freienwalde umgebaut.
 
Ort: Vor dem ehemaligen Kindergefängnis Bad Freienwalde
Adresse: Adolf Bräutigam Straße 4a , 16259 Bad Freienwalde
 
10.30 Uhr
Begrüßung: Roland Herrmann, Verein Kindergefängnis Bad Freienwalde
 
Statements
Dieter Dombrowki (CDU)
Jutta Lieske (SPD)
Clemens Rostock (B90/Grüne)
 
10.45 Uhr Roland Herrmann und Kathrin Begoin enthüllen symbolische Gedenktafel
Übergabe Konzept für Mahnmal durch Roland Herrmann und Gespräch mit Landrat Gernot Schmidt (SPD)
 
Gemeinsames Foto
 
Liedermacherin Kathrin Begoin singt „Tränen in der Nacht“
 
Ende 11.00 Uhr
 
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Kontakt vor Ort: Mobil: 0178 502 58 29
 
Eine Erklärung des Vereins mit Ergebnis des Gesprächs mit dem Landrat Gernot Schmidt sowie kostenfreie druckfähige Bilder werden am 7. Oktober gegen 13 Uhr unter  
http://kindergefaengnisbadfreienwalde.ibk.me/ bereitgestellt.

  21.09.2016
Letzte Details geklärt: Am 7. Oktober 2016 um 10.30.Uhr   (Die Älteren unter uns werden den geschichtsträchtigen Tag noch kennen)
wird vor dem ehemaligen DDR-Kindergefängnis in Bad Freienwalde Adolf- Bräutigam- Str. 4A symbolisch eine Gedenktafel eingeweiht
(Es haben bereits hochrangige Gästen zugesagt, zudem wird eine sehr positive Zusage verkündet werden) Mehr Infos folgen....

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09.12.2015
Hinweis zur Podiumsdiskusion in Bad Freienwalde 
Heute folgende Mail bekommen:


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
 
ich möchte Sie/euch kurz informieren, dass die Veranstaltung der Fraktion zu DDR-Heimkindern am Donnerstag, den 28.1. um 18 Uhr in Bad Freienwalde stattfinden wird. Weitere Informationen sende ich Ihnen/euch in Kürze zu.
 
Mit freundlichem Gruß,



20.01.2016 Programm zur Podiumsdiskusion


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
 
vielen Dank für Ihre Anmeldung zum Gesprächsabend zu DDR-Heimkindern in Bad Freienwalde am 28.1.2016 um 18:00 Uhr in Bad Freienwalde.
 
Programm:
·         Begrüßung & Moderation: Heide Schinowsky (MdL), Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag
·         Einstieg ins Thema mit einer Kurzfassung des Deutschlandfunk-Features „Kinderleben in einem preußischen Gefängnis“ von Charly Kowalczyk
·         Referat von Dr. Christian Sachse: Überblick über DDR-Spezialheime
·         Roland Herrmann, ehemaliger Insasse u. a. des Durchgangsheims Bad Freienwalde berichtet von seinen Erfahrungen und stellt den Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ vor
·         Kathrin Begoin erzählt von ihren Erlebnissen im geschlossenen DDR-Jugendwerkshof Torgau und trägt Lieder vor, in denen ihre Erfahrungen und die anderer Betroffener eingeflossen sind
·         Podiumsdiskussion und Gespräch mit dem Publikum u. a. zur heutigen Situation der Betroffenen und zum Stand der Aufarbeitung. Thematisiert wird auch das Anliegen ehemaliger Insassen von Bad Freienwalde, eine Gedenktafel zur Erinnerung an das Leid im Durchgangsheim anzubringen
·         Ausklang mit Getränken und Imbiss
 
Anwesend sein wird auch die Autorin Grit Poppe. Romane von ihr, die basierend auf Gesprächen mit Betroffenen entstanden sind, können an dem Abend erworben werden. Der Erlös wird für die Gedenktafel eingesetzt. Zu unseren Gästen zählen zudem zwei MitarbeiterInnen der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur Ulrike Poppe, die mit Informationen und für Nachfragen bereitstehen.
 
Mit freundlichem Gruß,



 
letzte Änderung: 15.06.2017