Verein "Kindergefängnis Bad Freienwalde "/
Interessengemeinschaft ehemaliger Heimkinder Ost
21.11.2016

Am 21. November hat der Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ eine Spendenkampagne zur Unterstützung der Errichtung eines Mahnmals in der Kurstadt gestartet. Im Bürgerbüro der Landtagsabgeordneten Jutta Lieske (SPD) begann die Sammelaktion. Neben dem Vereinsvorsitzenden Roland Herrmann war auch die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky dabei, die in ihrem Büro in Cottbus ebenfall eine Spendendose aufstellt.
Kindergefängnis Bad Freienwalde: Ehemalige Insassen stellen Spendenkampagne für ein Mahnmal vor.


 
PRESSEMITTEILUNG „KINDERGEFÄNGNIS BAD FREIENWALDE“
 
Kindergefängnis Bad Freienwalde: Ehemalige Insassen stellen Spendenkampagne für ein Mahnmal vor
 
Am Montag stellten ehemalige Insassen des Kindergefängnisses in Bad Freienwalde vor dem Büro der Landtagsabgeordneten Jutta Lieske (SPD) in Bad Freienwalde neue Spendendosen zur Unterstützung der Errichtung eines Mahnmals in der Kurstadt vor. Neben der SPD-Politikerin und dem Vereinsvorsitzenden Roland Herrmann war auch die Landtagsabgeordnete der Bündnisgrünen Heide Schinowsky vor Ort. Die beiden Landespolitikerinnen kündigten an, die Spendendosen in ihren Bürgerbüros in Bad Freienwalde und Cottbus aufzustellen.
 
„Viele unserer Mitglieder und Unterstützer kamen auf uns zu und wollten sich an dem Mahnmal beteiligen, damit es auch wirklich unser Gedenkort ist“, erklärte der Vorsitzende des Vereins „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ Roland Herrmann. Der Landrat von Märkisch Oderland Gernot Schmidt erklärte bereits im Sommer 2016, ein Mahnmal vor dem ehemaligen Kindergefängnis in der Bad Freienwalder Adam-Bräutigam-Straße mitzufinanzieren. In einem Gespräch am letzten Donnerstag in der Brandenburger Staatskanzlei sicherte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke die Unterstützung zu. Am Mittwoch will der Verein mit dem Landrat von Märkisch-Oderland Details zur Umsetzung des Mahnmals besprechen, kündigte Herrmann an.
 
Jutta Lieske (SPD) wolle die Diskussion um die Aufarbeitung des ehemaligen Kindergefängnisses auch in Bad Freienwalde vorantreiben, versicherte die SPD-Politikerin. Jede Stadt habe „dunkle Flecken“ in der Vergangenheit, denen es sich zu stellen gilt. Die Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky von den Bündnisgrünen regte an, die öffentliche Diskussion auch in die Schulen zu führen. Der Umgang der DDR mit politisch Andersdenkenden und die Auswirkungen auf Kinder und Jugendlichen sei kein „Nischenthema“, sondern muss landesweit debattiert werden, sagte Schinowsky.
 
Der Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ bekräftigte seine Forderung nach einer Änderung des strafrechtlichen Rehabilitationsgesetzes für die Opfer der DDR, um die demütigenden Wege über langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Nach derzeitiger Rechtslage scheitern ehemalige Insassen des Kindergefängnisses regelmäßig vor Gericht.
 
Das Bild „Übergabe der Spendendose“ kann kostenfrei unter Angabe der Quelle „ideengrün | Markus Pichlmaier“ verwendet werden (300 dpi)
http://kindergefaengnisbadfreienwalde.ibk.me/data/kundendaten/232290/bad-freienwalde-7743.jpg
mit Jutta Lieske, Heide Schinowsky, Roland Herrmann und ehemalige Insassen
 
Hintergrund
Bis Ende der 1987 befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Heim für Kinder und Jugendliche, in dem die Insassen unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Außenkontakte und Großteils für deutlich längere Zeit, als selbst zu DDR-Zeiten rechtlich zulässig weggeschlossen waren. Die ehemaligen Insassen des Brandenburger Durchgangsheims in Bad Freienwalde gründeten im Jahr 2012 einen eigenen Verein um ihre Interessen durchsetzen zu können. Derzeit wird das im Privateigentum befindliche ehemalige DDR-Durchgangsheim zu einem Polizeirevier in Bad Freienwalde umgebaut.



17.11.2016
mit Heide Schinowsky und Brigitte Schreiber und Roland Herrmann und vielen anderen Vereinen und Verbänden zum Arbeitsgespräch bei Ministerpräsident Dietmar Woidke hier: Staatskanzlei Potsdam

 

Heute Treffen von DDR-Aufarbeitungsinitiativen in der Staatskanzlei. Vereinschef Roland Herrmann stellte Anliegen vor. (und man höre und staune) Ministerpräsident Woidke sicherte dem Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ zu, ein Mahnmal zu unterstützen und sich für Änderung um Bundes-Rehabilitationsgesetz einzusetzen.

 

Hier die Pressemitteilung zum gestrigen Austausch:

PRESSEMITTEILUNG „KINDERGEFÄNGNIS BAD FREIENWALDE“

Kindergefängnis Bad Freienwalde: Ehemalige Insassen fordern Gesetzesänderung. 
Woidke und Bündnisgrüne sagen Unterstützung zu

Auf dem alljährlichen Arbeitstreffen von SED-Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen zur DDR-Geschichte in der Brandenburger Staatskanzlei diskutierte Roland Herrmann vom Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ am Donnerstagabend mit Ministerpräsident Dietmar Woidke die bislang unbefriedigende gesellschaftliche Anerkennung des Leids der ehemaligen Insassen. Um die demütigenden Wege über langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden, warb Herrmann beim Ministerpräsidenten darum, sich für eine Änderung im strafrechtlichen Rehabilitationsgesetz für die Opfer der DDR stark zu machen. Woidke unterstützte dieses Abliegen und sicherte zu, die Umsetzungsmöglichkeiten prüfen zu lassen. Der Ministerpräsident bestätigte auf dem Arbeitstreffen, dass das Bundesgesetz einer Präzisierung bedarf, ob das allerdings über eine Bundesratsinitiative der Landesregierung machbar sei, könne Woidke noch nicht sagen.

„Wir fordern die Gleichstellung des sogenannten Durchgangsheims in Bad Freienwalde mit dem Jugendwerkhof in Torgau“, sagte Herrmann in Potsdam. Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau war eine Disziplinareinrichtung im System der Spezialheime der Jugendhilfe in der DDR. Im Dezember 2004 erklärte das Kammergericht Berlin, dass die Einlieferung nach Torgau grundsätzlich rechtsstaatswidrig war. Grundlage dafür waren die haftähnlichen Bedingungen in der Anstalt, denen aber keine rechtskräftige Verurteilung der Eingewiesenen vorausging. Ehemalige Insassen haben daher Anspruch auf Entschädigung. Zuvor müssen sie sich vom zuständigen Landgericht strafrechtlich rehabilitieren lassen.

Auch im sogenannten „Durchgangsheim“ in Bad Freienwalde war man unter haftähnlichen Bedingungen untergebracht: „Das Gebäude war als Gefängnis errichtet worden und blieb es auch, als Kinder und Jugendliche dort eingeliefert wurden“, berichtete Herrmann über die menschenunwürdigen Haftbedingungen: „Aber anstatt nun endlich uns Bad Freienwalder Insassen mit den Torgauern gleichzustellen und alle zu rehabilitieren, müssen wir immer noch einzeln vor Gericht ziehen und die Demütigungen erneut durchleben. Um uns dann schlussendlich anhören zu müssen, dass alles angeblich formal korrekt gewesen sei“, kritisierte der Vereinsvorsitzende die derzeitige Praxis.

Mit einer entsprechenden Änderung im Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz könnte hier Abhilfe geschaffen werden, meinte Herrmann. In diesem Gesetz werde die juristische und soziale Wiedergutmachung für strafrechtliches Unrecht und rechtsstaatswidrige Freiheitsentziehungen in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) und in der DDR geregelt. Es nennt zum einen die Voraussetzungen, unter denen Unrechtsakte für rechtsstaatswidrig erklärt und aufgehoben werden können und enthält zum anderen Vorschriften über Wiedergutmachungsleistungen für Opfer. „Durch eine Änderung des Gesetzes würde die Rehabilitation und Anerkennung endlich auf festen Boden stehen, Es kann ja nicht Ziel des Landes sein, dass jeder allein vor Gericht steht, sagte Herrmann.

Nach der Sitzung sicherte auch die Brandenburger Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky (Bündnis 90/ Die Grünen) zu, dass Anliegen der ehemaligen Insassen zu unterstützen: "Wichtig wäre eine Regelung, die den Opfern weiteres Leid erspart." sagte Schinowsky.


Hintergrund
Bis Ende der 1987 befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Heim für Kinder und Jugendliche, in dem die Insassen unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Außenkontakte und Großteils für deutlich längere Zeit, als selbst zu DDR-Zeiten rechtlich zulässig weggeschlossen waren. Die ehemaligen Insassen des Brandenburger Durchgangsheims in Bad Freienwalde gründeten im Jahr 2012 einen eigenen Verein um ihre Interessen durchsetzen zu können. Derzeit wird das im Privateigentum befindliche ehemalige DDR-Durchgangsheim zu einem Polizeirevier in Bad Freienwalde umgebaut.



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07.10.2016 in Bad Freienwalde

Mahnmal für das Kindergefängnis Bad Freienwalde kommt: Landrat und Politiker fast aller Parteien sichern Unterstützung zu

 
Der Vorsitzende des Vereins "Kindergefängnis Bad Freienwalde" Roland Herrmann und die Weimarer Liedermacherin Kathrin Begoin enthüllten heute im Beisein von ehemaligen Insassen vor dem DDR-Kindergefängnis in Bad Freienwalde symbolisch eine provisorische  Gedenktafel. An der Aktion nahmen auch der stellvertretende Landtagspräsident Dieter Dombrowski (CDU), die SPD-Landtagsabgeordnete für Märkisch-Oderland Jutta Lieske, die Müncheberger CDU Politikerin Ingrid Pliske-Winter, sowie der Landesvorsitzende der Grünen Clemens Rostock und Landrat Gernot Schmidt (SPD) teil. Der Roland Herrmann übergab Gernot Schmidt eine Konzeption für ein dauerhaftes Mahnmal aus Stein. Nach Vorstellungen des Vereins soll die zukünftige Stele zwei Meter hoch sein und die Inschrift „Kindergefängnis 1968 bis 1987 – Wir werden nie vergessen – Die ehemaligen Insassen“ tragen. 
 
Der Landrat des Kreises Märkisch-Oderland Gernot Schmidt (SPD) versicherte den Betroffenen, dass von Seiten des Kreises ein Bauantrag eingereicht werde. Einen konkreten Zeitplan könne Schmidt noch nicht angeben, aber es dauere bestimmt ein halbes Jahr, bis alles „durch“ sei. Um es für die Betroffenen nicht unnötig kompliziert zu machen, habe Schmidt sich prinzipiell bereit erklärt, die Kosten dafür zu übernehmen. Das Projekt könne aber auch durch Privatspenden oder das Land finanziell unterstützt werden. „Wir wollen gesellschaftliche Anerkennung dafür, dass uns Unrecht geschah. Ein Gedenkstein kann dabei nur ein erster Schritt sein“, sagte Roland Herrmann.
 
Nach Ansicht des stellvertretenden Landtagspräsidenten Dieter Dombrowski (CDU) müsse das Land Brandenburg mehr zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur tun. Er würde es begrüßen, wenn die Landesregierung das Projekt der Gedenktafel unterstützen würde. Die SPD-Politikerin Jutta Lieske wolle die Diskussion um die Aufarbeitung auch in Bad Freienwalde vorantreiben. Jede Stadt habe „dunkle Flecken“ in der Vergangenheit, der es sich zu stellen gilt. Lieske kündigte spontan an, in ihrem Bürgerbüro eine Sammelbox zur Unterstützung des zukünftigen Mahnmals aufzustellen. „Die gesellschaftliche Auseinandersetzung und Anerkennung des Leids der Betroffenen fand bislang kaum statt. Mit der öffentlichen Diskussion um das ehemalige Kindergefängnis und der Gedenktafel kann hierzu ein Beitrag geleistet werden“, sagte der Landesvorsitzende des Bündnisgrünen Clemens Rostock. Trotz Einladung kam Justizminister Stefan Ludwig (LINKE) am Freitagmorgen nicht nach Bad Freienwalde. „Wir haben noch nicht einmal eine Absage bekommen“, bedauerte Herrmann.
 
„In kleinen Schritten bewegt sich etwas. Dass heute Vertreter von CDU, SPD und Grünen anwesend waren, ist ein Zeichen aus der Politik, dass das Schicksal der zur DDR-Zeit inhaftierten Kinder nicht gänzlich egal ist“, resümierte Herrmann. 
 
Zusammen mit der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Heide Schinowsky kämpft der Verein seit mehreren Jahren für ein Mahnmal. Die Grünenpolitikerin konnte leider nicht teilnehmen, bezeichnete aber die Zusage von Landkreis als einen „Meilenstein“. Anlässlich der Enthüllung schenkte Schinowsky Roland Herrmann zwei Skulpturen einer Künstlerin aus der Lausitz: „Bei der einen Figur sieht man die drückende Last der harten Zeit im Kindergefängnis. Die andere strahlt so eine große innere Kraft aus – die ich oft erlebe beim Umgang ehemaliger Heimkinder miteinander und ihrem Sich-nicht-unterkriegen-lassen“, sagte Schinowsky. 
 
Hintergrund
Bis Ende der 1987 befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Heim für Kinder und Jugendliche, in dem die Insassen unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Außenkontakte und Großteils für deutlich längere Zeit, als selbst zu DDR-Zeiten rechtlich zulässig weggeschlossen waren. Die ehemaligen Insassen des Brandenburger Durchgangsheims in Bad Freienwalde gründeten im Jahr 2012 einen eigenen Verein um ihre Interessen durchsetzen zu können. Derzeit wird das im Privateigentum befindliche ehemalige DDR-Durchgangsheim zu einem Polizeirevier in Bad Freienwalde umgebaut.
 
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Das Bild „Enthüllung Provisorische Gedenktafel“ kann kostenfrei unter Angabe der Quelle: „ideengrün | Markus Pichlmaier“ verwendet werden
http://kindergefaengnisbadfreienwalde.ibk.me/data/kundendaten/232290/bad-freienwalde-7019.jpg
 
Konzeption für eine Mahnmal des Vereins Kindergefängnis Bad Freienwalde
http://www.internetbaukasten.de/data/downloads/232267/Vorschlag_fuer_einen_Gedenkstein_am_ehemaligen_Kindergefaengnis_Bad_Freienwalde__1.pdf

  07.04.2016
PM: Märkisch-Oderland: Landrat Schmidt sichert ehemaligen Insassen des DDR-Kindergefängnisses Bad Freienwalde Unterstützung zu
 

PRESSEMITTEILUNG „KINDERGEFÄNGNIS BAD FREIENWALDE“
 
Märkisch-Oderland: Landrat Schmidt sichert ehemaligen Insassen des DDR-Kindergefängnisses Bad Freienwalde Unterstützung zu
 
In der Einwohnerfragestunde des Kreistages Märkisch-Oderland in Seelow sicherte der Landrat Gernot Schmidt (SPD) am Mittwochabend ehemaligen Insassen des DDR-Durchgangsheim für Kinder und Jugendliche in Bad Freienwalde zu, die Anbringung einer Gedenktafel zu unterstützen. Dafür müsse jedoch der Eigentümer zustimmen, erklärte der Landrat. Bei den nun anstehenden Gesprächen werde sein Landratsamt den Verein unterstützen, sagte Schmidt auf der Sitzung des Kreistags.
 
„Die Unterstützung durch den Landrat ist ein wichtiges Signal an alle ehemaligen Insassen“, sagte der Vorsitzende des Vereins „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ Roland Herrmann. Der Verein hatte zuvor bereits erfolglos versucht, mit dem Privateigentümer Kontakt aufzunehmen. Hermann hofft nun, dass sich auch der Privateigentümer offen für die Anbringung einer Gedenktafel zeigt.
 
„Am wichtigsten ist uns die gesellschaftliche Anerkennung dafür, dass uns Unrecht geschah. Wir setzen uns dafür ein, dass das Kindergefängnis Bad Freienwalde vom Status her mit dem geschlossenen Jugendwerkhof Torgau gleichgestellt und unsere Rehabilitierung damit erleichtert wird“. Eine Gedenktafel könne hierbei ein erster wichtiger Schritt sein, so Herrmann. Auch Brandenburger Landtagsabgeordnete wie Heide Schinowsky (Grüne) und Kristy Augustin (CDU) zeigten sich offen für das Anliegen.
 
Seit Jahren setzt sich der Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ für die Einrichtung einer Gedenktafel an dem denkmalgeschützten Gebäude ein, um an das Leid der dort zu DDR-Zeiten untergebrachten Insassen zu erinnern. Bis 1987 wurde das Nebengebäude des Amtsgerichtes zur seelischen und körperlichen Disziplinierung von Kindern und Jugendlichen genutzt.  Derzeit wird das im Privateigentum befindliche ehemalige DDR-Kinderheim zu einem Polizeirevier in Bad Freienwalde umgebaut. Laut eines Aushanges an der Baustelle hatte der Landkreis Anfang November 2015 dafür eine Baugenehmigung erteilt.
 
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Die Bilder können kostenfrei unter Angabe der Quelle „ideengruen.de“ genutzt werden (300 dpi)
 
Roland Herrmann für eine Gedenktafel am ehemaligen Kindergefängsnis
http://heide-schinowsky.de/wp-content/uploads/2016/04/roland_herrmann_am_kindergefaengnis_2259.jpg
 
Baustelle: Aus Kindergefängnis soll Polizeiwache werden
http://heide-schinowsky.de/wp-content/uploads/2016/04/baustelle_2272.jpg
 
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Verein "Kindergefängnis Bad Freienwalde"
Roland Herrmann
Tel.:03361 30 54 84
Mobil: 0171 45 63 113
 
Langewahler-Str.7
15517 Fürstenwalde/Spree
 
Mail: r.herrmann@kindergefaengnisbadfreienwalde.de
Internet: http://kindergefaengnisbadfreienwalde.ibk.me/

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13.03.2016


PRESSEMITTEILUNG „KINDERGEFÄNGNIS BAD FREIENWALDE“
 
Gedenktafel am Kindergefängnis: Betroffene fordern Anerkennung des Durchgangslagers Bad Freienwalde
 
Der Vorsitzende des Vereins „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ Roland Herrmann sprach sich heute bei einer Tagung von Opferverbänden im Brandenburger Landtag für die Aufarbeitung des Leids von ehemaligen Insassen des DDR-Durchgangsheim in Bad Freienwalde aus. Herrmann schlug die Anbringung einer Gedenktafel am heute leerstehende Gebäude vor.
 
„Wir wollen gesellschaftliche Anerkennung dafür, dass uns Unrecht geschah und setzen uns dafür ein, dass das "Kindergefängnis" Bad Freienwalde vom Status her mit dem geschlossenen Jugendwerkhof Torgau gleichgestellt und unsere Rehabilitierung damit erleichtert wird“, sagte Herrmann in Potsdam. Mit einem entsprechenden Schreiben von der Vereinigung der ehemaligen Insassen sollen jetzt Landtagsabgeordnete, sowie Kreis- und Lokalpolitiker informiert werden.
 
Bis Ende der 80er Jahre befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Heim für Kinder und Jugendliche, in dem die Insassen unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Außenkontakte und großteils für deutlich längere Zeit, als selbst zu DDR-Zeiten rechtlich zulässig weggeschlossen waren.
 
Die Landtagsabgeordnete der Grünen Heide Schinowsky unterstützt die Forderung nach einer Gedenktafel: „Die gesellschaftliche Auseinandersetzung und Anerkennung des Leids der Betroffenen fand bislang kaum statt. Mit der öffentlichen Diskussion um das ehemalige Kindergefängnis und der Anbringung einer Gedenktafel kann hierzu ein Beitrag geleistet werden“.
 
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Mehr Information zur Tagung der UOKG:
Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) ist der Dachverband von mehr als 30 Opferverbänden, Menschenrechtsorganisationen und Aufarbeitungsinitiativen aus dem Osten und Westen Deutschlands. Das gemeinsame Ziel besteht darin, die Interessen der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zu vertreten und die Erinnerung an deren Leid zu bewahren.
http://www.uokg.de/cms/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=29&Itemid=59

 
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Pressemitteilung | 05.03.15



Logo der Grünen Landtagsfraktion Brandenburg
 

Rehabilitierung von DDR-Heimkindern – vom Bundesverfassungsgericht gerügter fehlender Rechtsschutz kein Einzelfall

(Nr. 35) Das Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) hat den Umgang der Brandenburger Justiz in einem strafrechtlichen Rehabilitierungsfall eines ehemaligen DDR-Heimkindes massiv kritisiert. Laut BVerfG hat das Brandenburgische Oberlandesgericht „seine Aufgabe zur Gewährung effektiven Rechtsschutzes verfehlt, indem es der ihm obliegenden Amtsermittlungspflicht nicht nachgekommen ist.“ Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat daraufhin Justizminister Helmuth Markov im Justizausschuss um eine Stellungnahme zu der Kritik des BVerfG gebeten. Zu den Ausführungen Markovs sagt die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete HEIDE SCHINOWSKY:

„Der Justizminister hat versucht, die vom Bundesverfassungsgericht gerügte Ablehnung des Rehabilitierungsantrags einer ehemaligen Insassin des früheren Übergangsheims Bad Freienwalde als Einzelfall darzustellen. Die kritisierten Zustände beschränken sich jedoch nicht auf einen Einzelfall. Die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe, hat deutlich gemacht, dass ihr etliche ähnlich gelagerten Fälle bekannt seien. Sollte der Justizminister das nicht gewusst haben, wäre es ihm ein Leichtes gewesen, bei Frau Poppe nachzufragen oder in seinem Haus entsprechende Informationen einzuholen.

Markov hat zudem versucht, das Problem kleinzureden. Seinen Ausführungen zufolge sollen `die verfassungsrechtlichen Maßstäbe, die an die Amtsermittlungspflicht in den gerichtlichen Verfahren zu stellen sind´, erst durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts deutlich geworden sein. Das BVerfG hat jedoch unmissverständlich hervorgehoben, dass die Gerichte auf Grundlage des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes den Sachverhalt in Rehabilitierungsverfahren nach pflichtgemäßem Ermessen von Amts wegen zu ermitteln haben. Wenn nun herauskommt, dass in einer ganzen Reihe von Fällen von den Gerichten im Wesentlichen auf der Grundlage von DDR-Akten und ohne Anhörung der Betroffenen geurteilt worden ist, kann von unabhängiger Sachaufklärung schwerlich die Rede sein.“

Unbeantwortet sei auch die Frage geblieben, was in den Fällen ehemaliger DDR-Heimkinder und Jugendwerkhöfler geschehen soll, deren Rehabilitierungsverfahren möglicherweise deshalb nicht erfolgreich waren, weil sie von den nun vom obersten deutschen Gerichts kritisierten Verfahrensmängeln geprägt waren. =========================================

Hier eine Pressemitteilung vom 01.02.2014


Kritik an Fonds-Plänen
„Gefängniskinder“ laden zu Sitzung

 
Bad Freienwalde (neu) Die Pläne der Länder, die Hilfen für ehe-malige DDR-Heimkinder zu reduzieren sowie die Vergabekriterien zu ändern, stoßen bei den Betroffenen auf Kritik. „Mit dem Fonds versprach man uns eine kleine Verbesserung unserer Lebensbedingungen“, sagt Roland Herrmann, Vorstand des Vereins Kindergefängnis Bad Freienwalde. „Doch wir kämpfen immer noch in einem politischen, staatsanwaltlichen und richterlichen Sumpf, in dem wir Opfer zu ersticken drohen.“ Die 40 Millionen Euro des Fonds sind auf-gebraucht. Am 5. Februar soll ein neuer beschlossen werden. Viele Betroffene, die Unrecht in DDR-Heimen erfahren haben, warten noch auf Beratung. Um sich mehr politisches Gehör zu verschaffen, hat sich der Freien-Walder Verein nun der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft angeschlossen, die ihren Sitz in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin hat. Dort findet am Sonnabend die erste Sitzung statt.
(Mit Adleraugen)


data/downloads/232267/PDF3541520526354343977.pdf


                FLUCHT und AUSREISE



Thema: MAHNMAL erinnert an HARRY WELTZIN

Schweriner Volkszeitung: 17.8.2013

MAHNMAL ERINNERT AN GRENZTOTEN HARRY WELTZIN

Ein Segment des drei Meter hohen Streckmetallzauns erinnert an Harry WELTZINs Tod am Morgen des 4. September 1983

Von Michael SCHMIDT

Drei Jahrzehnte nach dem Tod des Republikflüchtlings Harry WELTZIN wird bei Kneese ein Mahnmal für DDR-Grenztote eingeweiht. Die Zeremonie findet am Sonnabend, 31. August statt, unweit der Stelle, an der er am 4. September 1983 ums Leben kam.

Für das Mahnmal wurden Originalteile der ehemaligen Grenzanlage aufgestellt. Nach Angaben von Michael Markus SCHULZ von der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) ist es die erste Gedenkstätte für DDR-Grenztote in Mecklenburg-Vorpommern. „Das Besondere an ihr ist, dass wir sie mit Jugendlichen und Betroffenen - ehemaligen DDR-Heimkindern und ehemaligen Insassen des einstigen Kindergefängnisses Bad Freienwalde - errichtet haben“, sagt SCHULZ. Es sei wichtig, auch die junge Generation hier mit einzubeziehen.

Der gebürtige Wismarer Harry WELTZIN war 1983 bei seinem Fluchtversuch durch eine Selbstschussanlage vom Typ SM 70 gestorben. Zwei dieser Anlagen wurden ausgelöst, als er ein Loch unter den Grenzzaun grub. 50 Meter trennten WELTZIN zu dem Zeitpunkt vom Staatsgebiet der BRD.

„Das Tragische ist und das ergaben Recherchen: Noch vor vier Wochen dachten Wismarer, dass Harry WELTZIN ein Selbstmörder gewesen sei und sich am Grab des Großvaters erhängt hätte. Es war damals eine komplett falsche Darstellung von seinem Tod in Umlauf gebracht worden - wahrscheinlich im Auftrag der Stasi“, sagt Michael Markus SCHULZ von der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft. Es existierten auch Gerüchte, wonach WELTZIN als Reservist bei einem Manöver ums Leben gekommen sei.

Der Mann, der sich mit dem Fall Harry WELTZIN näher beschäftigte, ist der Wissenschaftlter Prof. Dr. Stefan APPELIUS. Er sichtete Stasi-Unterlagen, sprach u. a. mit ehemaligen Arbeitskollegen WELTZINs. „Ich war sehr berührt, dass die Selbstmordgerüchte quasi bis zum heutigen Tage durch Wismar waberten und die Menschen nicht wissen, was für ein Schicksal Harry WELTZIN tatsächlich ereilt hatte“, so APPELIUS.

Den Fluchtplan des Wismarers bezeichnet APPELIUS als gut überlegt. Der Diplomingenieur habe Bolzenschneider, Campingspaten, Kompass, Taschenlampe, Gasfeuerzeug, Schokoladenkekse, Traubenzuckertabletten und eine Thermoskanne dabei gehabt. „WELTZIN trug eine Badehose und führte auch einen Schnorchel mit sich, um das letzte Stück in Richtung Schleswig-Holstein durch den Niendorfer Binnensee zu schwimmen. Er hatte auch für den Fall seines Todes Vorsorge getroffen, um den Hals trug der Leutnant der Reserve seine militärische Erkennungsmarke“, so APPELIUS.

Vor Gericht landete der Fall WELTZIN 1998. Die Staatsanwaltschaft klagte damals einen stellvertretenden Zugführer einer Pionierkompanie wegen angeblicher Beihilfe zum Totschlag an. Denn unter seiner Leitung waren im September 1979 westlich von Kneese und Bernstorf je 324 Minen verlegt worden. Das Verfahren gegen den Mann endete im Mai 2000 mit einem Freispruch.

Zur Person:

Harry WELTZIN wurde 1955 in Wismar als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Er besuchte von 1961 bis 1971 die Polytechnische Oberschule „Gerhart Hauptmann“ in Wismar, die er mit sehr guten Ergebnissen abschloss. Nach Lehre und Armeezeit studierte er an der Ingenieurhochschule Wismar Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Starkstrom. 1981 schloss er das Studium als Diplom-Ingenieur ab. Von 1981 bis Anfang 1983 arbeitete Harry WELTZIN als Diplom-Ingenieur für Projektierung auf der Werft in Wismar. Er verlor seine Arbeitsstelle nach einer Auseinandersetzung mit einem „leitenden Genossen“ an der Werft und entschloss sich zur Flucht in die Bundesrepublik.
Quellen: UOKG, BStU


Harry Weltzin (1983)
Der Tod von Harry Weltzin 1983 - als Erinnerung ein Segment des Streckmetallzauns der ehemaligen DDR-Staatsgrenze bei Kneese am Schaalsee ©Michael M.Schulz


 
 GEDENKVERANSTALTUNG FÜR GRENZOPFER HARRY WELTZIN

Einweihung eines Mahnmals für Grenzopfer, Ausstellung und Filmvorführung am 31. August in Kneese

Am Sonnabend, dem 31. August 2013 um 14.00 Uhr, wird bei Kneese am Schaalsee ein Mahnmal zum Gedenken an Harry WELTZIN und die unzähligen weiteren Grenzopfer eingeweiht. Das Denkmal entstand auf Initiative der Union der Opferverbände der kommunistischen Gewaltherrschaft (UOKG), der Gemeinde Kneese sowie der HEIMKINDER OST-MV.e.V.,dem Kindergefängnis BadFREIENWALDE,der Jugendebegegnungsstätte am GOLDENSEE
und weiterer Unterstützer.

Harry WELTZIN starb bei seinem Fluchtversuch vor 30 Jahren am 4. September 1983 in der Nähe des Dorfes Kneese am Ostufer des Schaalsees an der innerdeutschen Grenze im Geschosshagel der Selbstschussanlagen.

Bei Einbruch der Dunkelheit ab etwa 20 Uhr zeigt der Filmclub Burgtheater Ratzeburg den Spielfilm "Die Todesautomatik" über den Fluchthelfer Michael Gartenschläger, der den Einsatz der menschenverachtenden Selbstschussanlagen an der DDR-Staatsgrenze nachwies. Die Stasi lauerte Michael GARTENSCHLÄGER an der Grenze auf und er wurde erschossen. Der Eintritt ist frei.

Im Gemeindehaus Kneese kann vom 31. August bis 30. September 2013 die Ausstellung "Die Mauer - eine Grenze durch Deutschland" besichtigt werden.

Die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Anne DRESCHER begrüßt das regionale Engagement: "Es ist wichtig, auch dezentral kleinere Gedenkorte zu sichern und im Bewusstsein der Bevölkerung als Teil unserer DDR-Geschichte zu verankern. Der grausame und sinnlose Tod von Harry WELTZIN darf nicht vergessen werden."
QuellePersonenrecherche-Harry Weltzin-PROF.DR.Stefan Appelius.
31.8.2013 bei Kneese

► 14.00 Gedenkveranstaltung, Einweihung des Denkmals
ca. 20.00 Spielfilm "Die Todesautomatik"

► 31.8.2013 - 30.9.2013 Gemeindehaus Kneese
Ausstellung "Die Mauer - eine Grenze durch Deutschland"


http://youtu.be/knBw3oihjQo

=================================================== Hier findet man Artikel zu unserem 1.Ehemaligen Treffen von Ehemaligen Heimkindern des Durchgangsheim Bad Freienwalde!


http://www.die-mark-online.de/heimat/oranienburg/oranienburg-artikel/dg/0/1/1157148/


http://www.die-mark-online.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1156294

http://www.die-mark-online.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1156287/





 



Hier ein Bericht von Roland Herrmann
1.Vorsitzender des Vereins Kindergefängnis Bad Freienwalde n.e.V
erschienen in der Zeitschrift "Der Stacheldraht " herausgegeben von der UOKG Ausgabe Nr. 04/2012

Quelle:MOZ 27.03.2012

Qüelle: MOZ 27.03.2012
Es liegt uns die Expertise in PDF-Datei vor,wenn jemand Interesse hat bin ich gerne bereit  Euch diese zukommen zu lassen .

Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR Expertisen

Expertise 1
Rechtsfragen der Heimerziehung in der DDR
Dr. Friederike Wapler

Expertise 2
Erziehungsvorstellungen in der Heimerziehung der DDR
Prof. Dr. Karsten Laudien & Dr. Christian Sachse

Expertise 3
Was hilft ehemaligen Heimkindern der DDR bei der
Bewältigung ihrer komplexen Traumatisierung?
PD Dr. med. Martin Sack & Ruth Ebbinghaus



Experte Kappeler kritisierte unterschiedliche Behandlung von Heimkindern

Experte: "Das ist keine angemessene Rehabilitierung für Heimkinder"
Der Sozialpädagoge Manfred Kappeler hat der Politik vorgeworfen, sich bei der Misshandlung von Heimkindern nach wie vor einer umfassenden Wiedergutmachung zu entziehen.

 

26.03.2012, 16:17 Uhr | 03:58 min
Kappeler sagte MDR INFO, er könne überhaupt nicht nachvollziehen, dass die Abschlussberichte für Ost und West zu dem Schluss kämen, es hätte sich nicht um Unrechtssysteme gehandelt. Er sprach von einem Versuch der heute Verantwortlichen, den Opfern Entschädigungsleistungen vorzuenthalten. Die jetzt bereitgestellten 120 Millionen Euro für die Heimkinder im Westen und 40 Millionen im Osten seien meilenweit entfernt von einer wirklichen Entschädigung. Sie bedeuteten auch keine angemessene Rehabilitierung.

Wer die Berichte vom Runden Tisch gelesen habe, komme eigentlich zu einer anderen logischen Konsequenz. Danach hätte man anerkennen müssen, dass es sich in beiden Fällen um ein organisiertes Unrechtssystem gehandelt habe. "Diese Konsequenz war die Politik nicht bereit zu ziehen!" Die Akteure an diesen Runden Tischen und diesen Kommissionen hätten "ganz überwiegend die Interessen der 'Täterorganisationen' vertreten", um möglichst von diesen einen finanziellen und einen Image-Schaden abzuwenden. Kappeler befasst sich seit Jahren mit der Heimkinder-Thematik und hat mehrere Studien über die Heimerziehung in der BRD und der DDR veröffentlicht.

Quelle: MDR INFO 26. März 2012, 17:11 Uhr





27.03.2012
MDR INFO
Bericht zu DDR-Heimkindern : Gleiche Hilfe in Ost wie West
Ehemalige DDR-Heimkinder sollen die gleichen Hilfen erhalten wie frühere Heimkinder in der Bundesrepublik. Das geht aus dem Bericht zur Aufarbeitung von Unrecht in Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen hervor, der von einer Bund-/Länderkommission vorgestellt wurde. Auch ein ehemaliges Heimkind war bei der Präsentation dabei. Im Kern kommt der Bericht analog zu westdeutschen Heimen zu dem Schluss, dass es sich nicht eindeutig um ein Unrechtssystem handelte. Damit gibt es keinen Anspruch auf pauschale Entschädigungszahlungen. Geschädigte können aber Unterstützung erhalten, beispielsweise für eine Therapie.

Anträge ab 1. Juli möglich

 

Die vergessenen DDR-Heimkinder

Die Betroffenen können voraussichtlich ab 1. Juli Hilfe beantragen, sie müssen dies aber in Eigeninitiative tun. Bis zu diesem Zeitpunkt werden Anlaufstellen eingerichtet, wo die Fälle aufgenommen und überprüft werden. Dafür steht ein Hilfsfonds in Höhe von 40 Millionen Euro bereit. Die Hälfte des Geldes steuern die ostdeutschen Länder bei. Sie beteiligen sich je nach Einwohnerzahl mit unterschiedlichen Summen. So zahlt etwa Sachsen 5,9 Millionen Euro und Thüringen knapp 3,3 Millionen. 20 Millionen Euro kommen vom Bund.

Mit dem Geld sollen vor allem gesundheitliche und rentenrechtliche Spätfolgen für Opfer der Heimerziehung gemildert werden - mit Hilfe von therapeutischen Behandlungen, Beratungen und Rentenersatzleistungen. Nach Schätzungen lebten zwischen 1949 und 1990 in der DDR etwa 500.000 bis 600.000 Kinder und Jugendliche in Spezialheimen und Jugendwerkhöfen. Wie viele ehemalige Heimkinder sich melden werden, um vom Hilfsfonds zu profitieren, ist unklar.

Für in westdeutschen Kinder- und Jugendheimen erlittenes Unrecht gibt es bereits seit Januar einen 120-Millionen-Euro-Fonds, der jeweils zu einem Drittel von Bund, Ländern und den Kirchen finanziert wird. In der BRD waren die meisten Heime in kirchlicher Trägerschaft.

Quelle:
http://www.mdr.de/nachrichten/heimkinderbericht100.html


Fonds Heimerziehung in der DDR :
Wie bekommen ehemalige Heimkinder Hilfe?
Der Fonds Heimerziehung in der DDR soll nach dem Vorbild des Fonds Heimerziehung West geschaffen werden. Die rechtliche Form und der strukturelle Aufbau werden vergleichbar gestaltet. Der Bund und die Länder wollen für den geplanten Fonds insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Er soll bis zum 1. Juli eingerichtet werden. Mit dem Geld sollen unter anderem Anlauf- und Beratungsstellen in den ostdeutschen Ländern entstehen.

Für wen der Fonds gedacht ist

Die Angebote des Fonds Heimerziehung in der DDR richten sich an Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1990 in der ehemaligen DDR in Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen, Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen untergebracht waren. Die Anlaufstellen helfen Ihnen bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte, bei der Suche nach Akten und bei der Beantragung von Hilfe- und Rentenersatzzahlungen aus dem Fonds.

Wie sich die Hilfe in Mitteldeutschland beantragen lässt

Betroffene aus Ostdeutschland wenden sich an die Anlaufstellen des Bundeslandes, in dem die erste Heimeinweisung erfolgte. Dort findet in Gesprächen eine erste Beratung statt und der konkrete Hilfebedarf wird ermittelt. Abschließend wird der Hilfeantrag von der Fondsverwaltung geprüft und gegebenenfalls bewilligt. Anträge können bis zum 31. Dezember 2014 eingereicht werden.
Folgende vorläufige Anlaufstellen gibt es in Mitteldeutschland.

Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder in Sachsen

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
Eduard Gauggel
Julia Schnieder
Albertstr. 10
01097 Dresden
Telefon: 0351 / 564-5742 oder 0351 / 564-5803
Telefax: 0351 / 564-5784
eduard.gauggel(at)sms.sachsen(dot)de
julia.schneider(at)sms.sachsen(dot)de

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Anlaufstellen für ehemalige Heimkinder in Sachsen-Anhalt

Landesbeauftragter für Stasiunterlagen Sachsen-Anhalt
Dr. Wolfgang Laßleben
Klewitzstr. 4
39112 Magdeburg
Telefon: 0391 / 567-5051
Telefax: 0391 / 567-5060
Wolfgang.Lassleben(at)justiz.sachsen-anhalt(dot)de

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Ministerium für Arbeit und Soziales in Sachsen-Anhalt
Christa Navky-Lambert
Jürgen Wesner
Turmschanzenstr. 25
39114 Magdeburg
Telefon: 0391 / 567-4537 oder 0391 / 567-4043
Telefax: 0391 / 567-4035
Christa.Navky-Lambert(at)ms.sachsen-anhalt(dot)de
Juergen.Wesner(at)ms.sachsen-anhalt(dot)de

Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder in Thüringen

Landesbeauftragter für Stasiunterlagen Thüringen
Manfred May
Hölderlinstr. 1
98527 Suhl
Telefon: 03681 / 734 691 oder 0160 / 953 806 55
Telefax: 03681 / 734 692
may(at)tlstu.thueringen(dot)de
Landesbeauftragter für Stasiunterlagen Thüringen


Quelle: MDR

http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/video47396_zc-7931f8bf_zs-2d7967f4.html

letzte Änderung: 21.11.2016